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Schmerzensgeld Sch├Ânheitsoperationen ÔÇô Das gibt ├ärger

Schmerzensgeld Sch├Ânheitsoperationen ÔÇô Wenn ich morgens ins B├╝ro fahre, dann kam ich am Mohnhof damals┬áan einem Film von Reise Witherspoon vorbei. Und ich fragte mich dabei unwillk├╝rlich, ob sie etwas mit ihrem Gesicht hat machen lassen und wenn ja, warum. Und weil so etwas ja auch schief gehen kann und ich Anwalt aus Leidenschaft bin, habe ich auch dar├╝ber nachgedacht, welche Anspr├╝che man dann ggf. haben kann. Dabei bin ich dann auf eine Entscheidung des Oberlandesgericht Schleswig (Schleswig-Holsteinisches OLG) vom┬á25.1.2012 gesto├čen.

Sachverhalt
Die zum Operationszeitpunkt 18 Jahre alte Kl├Ągerin war im Beisein ihrer Eltern von dem Beklagten, einem in Hamburg t├Ątigen plastischen Chirurgen, ├╝ber die Risiken der Operation aufgekl├Ąrt worden. Bei der Operation erfolgte eine Straffung beider Br├╝ste und eine geringf├╝gige Reduktion der rechten Brust, um eine bestehende Asymmetrie zu beseitigen. Nach der Operation kam es zu einer Wundinfektion der linken Brust, die erst nach zwei Monaten abheilte. Nach Ausheilung lagen eine erhebliche Narbenbildung und eine Asymmetrie der Br├╝ste vor.

Das Urteil
Die Schadensersatzklage wurde letztlich vom OLG in dem Verfahren┬á4 U 103/10 abgewiesen. Das Gericht war in dem konkreten Fall der Auffassung, dass ein Behandlungsfehler selbst nicht nachgewiesen worden war. Allein der Misserfolg f├╝hrt hier nicht zu einer Haftung des Arztes.┬áUnd die M├Âglichkeit einer Infektion┬á┬ázum allgemeinen Operationsrisiko, auf das die Kl├Ągerin vorliegend hingewiesen worden sei. Ein konkreter Hygeniemangel lag im entschiedenen Fall nicht vor.

Fazit
Daraus k├Ânnen wir mehrere Dinge lernen: Die Warnhinweise vor der Operation haben einen Sinn und einen realen Hintergrund. Der Arzt ist ein Dienstleister. Er schuldet nur stetes Bem├╝hen und keinen Erfolg. Medizinisch nicht notwendige Operationen sind u.U. tats├Ąchlich nicht notwendig und sollten vielleicht besser vermieden werden.