In rechtlichen Konflikten stellt sich oft die Frage: Brauche ich einen Anwalt oder einen Mediator? Während beide Berufe der Konfliktlösung dienen, unterscheiden sie sich fundamental in ihrer Arbeitsweise und ihrer loyalen Ausrichtung. Ein aktuelles Urteil des OLG Celle (Az. 2 U 96/25) verdeutlicht die strikten Grenzen dieser Rollen. Der Kernunterschied liegt in der Neutralität. Ein Anwalt ist gesetzlich verpflichtet, ausschließlich die Interessen seines Mandanten zu wahren. Er darf niemals widerstreitende Interessen vertreten (§ 43a BRAO), um Interessenskonflikte zu vermeiden. Ein Mediator hingegen nimmt eine neutrale Rolle ein. Er moderiert zwischen den Parteien, um eine einvernehmliche Lösung zu fördern. Das OLG Celle hat jedoch klargestellt: Auch ein Mediator darf niemals widerstreitende Interessen aktiv wahrnehmen. Er muss die neutrale Grundlage der Verhandlung jederzeit gewährleisten, um die Fairness des Verfahrens zu sichern. Die Entscheidung zwischen Anwalt und Mediator hängt vom Ziel ab. Steht die gemeinsame Konfliktlösung im Vordergrund, ist die Mediation unersetzlich. Geht es um den maximalen rechtlichen Schutz und die Durchsetzung eigener Ansprüche, bleibt der Anwalt die richtige Adresse.
Mediator vs. Anwalt: Wer vertritt welche Interessen?
Die neutrale Moderation vs. die parteiische Vertretung
Merkmal
Rechtsanwalt
Mediator
Rolle
Einseitiger Interessenvertreter
Neutraler Vermittler
Ziel
Durchsetzung der Mandantenrechte
Einvernehmliche Gesamtlösung
Fazit: Die richtige Wahl für Ihren Konflikt
Kernbotschaft: Anwalt und Mediator haben unterschiedliche Rollenprofile; das Urteil des OLG Celle schützt die Trennung dieser Funktionen.
Empfehlung: Prüfen Sie vorab, ob ein kooperativer Ansatz (Mediation) möglich ist oder eine streitige Vertretung (Anwalt) notwendig erscheint.
