Soll man beim ersten Zwangsversteigerungstermin als Erster ein Gebot abgeben?

Mit dieser Frage soll man beim ersten Zwangsversteigerungstermin als erster ein gebot abgeben? kam ein Besucher auf unsere Seite. Das ist nicht ganz einfach zu beantworten.

Vor├╝berlegung

Zun├Ąchst einmal sollten Sie sich wirklich sicher sein, dass Sie ├╝berhaupt ein Gebot abgeben wollen. Sie sind an Ihr Gebot gebunden. Und m├╝ssen, falls Sie den Zuschlag erhalten den Betrag mit Kosten und Steuern auch dann bezahlen, falls wider Erwarten die Finanzierung durch die Bank nicht genehmigt wird. Geld muss man haben! Ggf. droht gleich die neue Zwangsversteigerung und die Geltendmachung der Kosten gegen den Ersteigerer, falls er nicht (rechtzeitig) zahlen kann.

Gebote und Sicherheitsleistung

Im Rahmen der Zwangsversteigerung kann von den die Zwangsversteigerung betreibenden Gl├Ąubigern bzw. bei der Teilungsversteigerung den Miteigent├╝mern die Stellung einer Sicherheit verlangt werden. Die Sicherheit muss 10 % des vom Gutachter festgelegten Verkehrswertes betragen. Das gilt selbst dann, wenn bei der Teilungsversteigerung bzw. im zweiten Termin nicht einmal 10 % des Verkehrswertes geboten werden sollen. Sofern die Stellung einer Sicherheit verlangt wird, kann diese durch einen best├Ątigten Scheck oder eine vorherige ├ťberweisung an die Justizkasse erfolgen. Bargeld oder eine telegrafische ├ťberweisung scheiden aus. Daher m├╝ssen Sie mit mehreren Tagen Vorlaufzeit rechnen. Sie m├╝ssen sich daher darauf vorbereiten, ├╝berhaupt wirksam Gebote abgeben zu k├Ânnen.

H├Âhe des Gebotes

Bei der normalen Zwangsversteigerung gibt es im ersten Termin Grenzen, die beachtete werden m├╝ssen; Unterhalb der 5/10 Grenze (= halber Verkehrswert) kann der Zuschlag nicht erfolgen. Weniger als 5/10 zu bieten macht daher rein faktisch keinen Sinn. Unterhalb der 7/10 Grenze ist die Erteilung des Zuschlages zwar rechtlich zul├Ąssig. Kann aber vom Gl├Ąubiger abgelehnt werden. Ohne vorherige R├╝cksprache mit dem Gl├Ąubigervertreter macht dies daher auch nur wenig Sinn. Im zweiten Versteigerungstermin oder im Rahmen der Teilungsversteigerung gibt es diese Wertgrenzen nicht. Dort muss lediglich das Mindestbargebot (Verfahrenskosten) abgegeben werden.

Reihenfolge der Gebote

F├╝r die nun eigentlich gestellte Frage, ob man als erster bieten sollte gilt meiner Meinung nach: Warum nicht? Wie auch bei anderen Auktionen – z.B. ebay – muss man sich vorher ├╝berlegen, ob man bieten will und wie viel man h├Âchstens bieten will. Um dann ggf. auch tats├Ąchlich auszusteigen. Letztlich hat man als erster Bieter den Vorteil, dass der andere einen ├╝berbieten muss. Wenn zwei denselben Schwellenwert f├╝r sich ausgemacht haben, dann kriegt derjenige das Objekt, der als Erster diesen Betrag bietet. Falls der andere jedoch bieten will und kann und tats├Ąchlich mehr bietet als man selbst zu bieten bereit ist, dann h├Ątte man das Objekt ohnehin nicht gekriegt. Bei allen Versteigerungen, an denen ich bislang teilgenommen habe, kam es hier bislang nicht auf die Frage an, wer als erstes geboten hat. Entweder gab es weitere Bieter und man hat die Sache durch Gebote ausgefochten oder man hat nicht als Erster, sondern als Einziger geboten und deshalb gewonnen.

Soll man beim ersten Zwangsversteigerungstermin als Erster ein Gebot abgeben? was last modified: M├Ąrz 9th, 2016 by Kai Breuning

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