Erbrecht: Kinder kann man nicht vererben

Immer fragen fragen sich Eltern, was wohl einmal sein wird. Vor allem, was mit den Kindern sein wird, wenn die Eltern ├╝berraschend und viel zu fr├╝h versterben sollten. Weil man nie wei├č, was kommt. Que sera, sera ├ťblicherweise kommen die Eltern dann auf die Idee, die Frage in einem Testament zu regeln. Und fragen dann mich, ob und wie das geht.

In dem Fall antworte ich meinen Mandanten immer – Kinder kann man nicht vererben – um die Problemstellung hier zu verdeutlichen. Es geht den Eltern darum, „Sicherheit“ f├╝r die zuk├╝nftige Betreuung ihrer Kinder zu erhalten. Doch genau dies – Sicherheit – kann in diesen F├Ąllen nicht erreicht werden. Trotzdem ist die L├Âsung ├╝ber das Testament eine gute – wenn nicht die beste – L├Âsung f├╝r dieses Problem!

Sorgeberechtigung kraft Gesetz
Wer die Kinder betreut und aufzieht bestimmt sich zun├Ąchst nach dem Gesetz. Wenn beide Eltern sorgeberechtigt waren, dann bleibt es der ├╝berlebende Elternteil auch nach dem Tod des anderen. Dann braucht man gar keine Regelung. Sofern aber ein Elternteil alleinerziehend war oder beide Elternteile (gleichzeitig) versterben gibt es keine gesetzliche Regelung mehr.

Sorgeberechtigung durch Entscheidung des Vormundschaftsgerichtes
In dem Fall muss ├╝ber die Sorgeberechtigung durch das Vormundschaftsgericht entschieden werden. Dieses wird hierzu das Jugendamt anh├Âren. Damit man eine L├Âsung findet, die am besten f├╝r das Kind ist. Doch h├Ąufig – im Normalfall – ist es so, dass weder das Vormundschaftsgericht noch das Jugendamt die Familie, die verstorbenen Eltern oder das zu betreuende Kind vorher kannten. Und nun adhoc eine f├╝r das Kind – hoffentlich – g├╝nstige L├Âsung treffen sollen. Leider kann man die Eltern zu diesem Zeitpunkt nicht mehr fragen, was diese f├╝r richtig erachtet h├Ątten.

Vorsorge durch ein Testament
Und an dieser Stelle kommt dann das Testament ins Spiel. Hierin geben die Eltern ja ihren letzten Willen zum Ausdruck. Und sie haben hier die M├Âglichkeit zu sagen, was sie f├╝r das Kind f├╝r richtig erachten. Im Idealfall haben sich die Eltern ├╝ber die Frage der Betreuung bereits Gedanken gemacht. Und dies wohl m├Âglich sogar mit dem potentiellen Vormund – vielleicht dem Paten des Kindes – bereits besprochen. Wenn die Eltern diese Frage nun in einem Testament festhalten und dieses bei Gericht hinterlegen, dann ist sichergestellt, dass die Botschaft zum Zeitpunkt des Todes Eltern auch bekannt wird. Weil alle bei Gericht hinterlegten Testament automatisch er├Âffnet und beim Amtsgericht des letzten Wohnsitzes der Eltern gesammelt werden. Daher muss man sich auch bei etwaigen Umz├╝gen hier selbst um nichts k├╝mmern. Das Familiengericht ist an die Anordnung im Testament zwar nicht gebunden („Kinder kann man nicht vererben“), falls es der Auffassung ist, dass die Entscheidung nicht dem Wohle des Kindes dient. Aber sofern das Gericht hierf├╝r keine Anhaltspunkte hat wird es unserer Erfahrung nach den Willen der Eltern respektieren. Und ist sogar dankbar f├╝r die Hilfe, die es dem Gericht erm├Âglicht, dem Kind in der dann schweren Zeit mit einer von den Eltern vorbereiteten und guten L├Âsung zumindest ein wenig helfen zu k├Ânnen.

Erbrecht: Kinder kann man nicht vererben was last modified: September 22nd, 2015 by Kai Breuning

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